Zukunft des E-Rezepts: Digitale Authentifizierung PoPP soll Gesundheitskarte ablösen
Die gematik hat einen Entwurf für den „Proof of Patient Presence“ (PoPP) Standard vorgelegt. Dieser ermöglicht künftig die Authentifizierung bei der E-Rezept-Einlösung mittels GesundheitsID und könnte die physische Gesundheitskarte überflüssig machen. Erste Implementierungen zur Ablösung des CardLink-Verfahrens sind für 2027 geplant.
Die gematik, die nationale Agentur für digitale Medizin, hat einen Spezifikationsentwurf für das neue Verfahren „Proof of Patient Presence“ (PoPP) veröffentlicht. Dieses soll die Einlösung elektronischer Rezepte deutlich vereinfachen und modernisieren. Im Kern ermöglicht PoPP eine rein digitale Authentifizierung über die GesundheitsID, wodurch die bisherige Notwendigkeit, die elektronische Gesundheitskarte (eGK) physisch vorzulegen, zukünftig entfallen könnte. Nach Brancheninformationen ist vorgesehen, dass PoPP das aktuell genutzte CardLink-Verfahren ab Anfang 2027 ablösen wird. Diese Umstellung zielt darauf ab, den Prozess der Medikamentenausgabe sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Apotheken effizienter zu gestalten, indem mobile und online-basierte Interaktionen stärker in den Vordergrund rücken. Der Entwurf stellt einen wesentlichen Schritt in der weiteren Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens dar und ergänzt die laufende Einführung der GesundheitsID. Aktuell werden in Fachkreisen die relevanten Aspekte wie die Sicherheit des Verfahrens, die praktische Integration in bestehende Apothekensysteme sowie die Akzeptanz bei Versicherten und Leistungserbringern intensiv diskutiert. Langfristig könnte PoPP als Basis für eine Reihe weiterer digitaler Gesundheitsdienste dienen, beispielsweise für die gesicherte Authentifizierung beim Zugriff auf elektronische Patientenakten (ePA) oder für telemedizinische Anwendungen, die eine verbindliche Identitätsprüfung erfordern. Quelle: Ad-hoc-news