Telekom positioniert sich als ePA-Anbieter für Krankenkassen
Die Deutsche Telekom plant den Einstieg in den Digital-Health-Markt mit einer eigenen Plattform für elektronische Patientenakten (ePA). Ziel ist es, Krankenkassen eine verbesserte und benutzerfreundlichere ePA-Lösung anzubieten. Das Vorhaben reagiert auf Kritik an bestehenden Systemen und setzt auf hohe Sicherheits- und Compliance-Standards.
Die Deutsche Telekom beabsichtigt, einen eigenen technischen Service für die elektronische Patientenakte (ePA) zu entwickeln. Damit positioniert sich das Unternehmen als neuer Dienstleister für Krankenkassen im regulierten Digital-Health-Sektor. Das primäre Ziel ist, die Funktionalität und Anwenderfreundlichkeit bestehender ePA-Angebote deutlich zu verbessern. Das Projekt der Telekom greift wiederholt geäußerte Kritikpunkte an aktuellen ePA-Systemen auf. Diese umfassen unter anderem eine oft komplizierte Benutzerführung, begrenzte mobile Zugänglichkeit und Schwierigkeiten beim Datenaustausch zwischen verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen. Durch ihre Expertise in den Bereichen Infrastruktur und Cloud will die Telekom stabile, skalierbare und zertifizierte Plattformlösungen bereitstellen. Das Engagement der Telekom ist vor dem Hintergrund der zunehmenden Verpflichtung zur Nutzung der ePA für Leistungserbringer und der politischen Bestrebungen zur Digitalisierung medizinischer Dokumentation zu sehen. Für Krankenkassen könnte dies neue Möglichkeiten eröffnen, ihre ePA-Dienste schneller weiterzuentwickeln und sie besser an die Bedürfnisse von Versicherten und Ärzten anzupassen. Neben der Funktionalität spielen strenge Sicherheitsanforderungen eine zentrale Rolle, insbesondere Normen wie die C5-Gleichwertigkeitsverordnung und ISO/IEC 27001:2022, da Gesundheitsdaten zu den sensibelsten Informationen gehören. Die Telekom legt daher besonderen Wert auf Datenschutz, die Datenhoheit der Patienten sowie die Kompatibilität mit der Telematikinfrastruktur als Kernaspekte ihres Angebots. Durch den Einstieg großer IT- und Telekommunikationskonzerne wie der Deutschen Telekom könnten sich im Wettbewerb um digitale Gesundheitsplattformen neue Entwicklungen ergeben, die Innovationsgeschwindigkeit, Integrationsleistungen und die Bildung von Ökosystemen rund um Apps und ergänzende Dienste beeinflussen. Quelle: Golem.de