Steiermark: Telemedizin ermöglicht forensische Versorgung bei Gewaltopfern in ländlichen Regionen
Die steirische Gewaltambulanz erweitert ihr Angebot mittels telemedizinischem System namens „Forensic PETRA“ in die Regionen. Ab 2027 wird zunächst Leoben von dieser gerichtsmedizinischen Expertise profitieren. Ziel ist es, die Beweissicherung und spezialisierte Versorgung für Gewaltopfer im gesamten Süden Österreichs zu verbessern.
Die Gewaltambulanz Graz weitet ihre spezialisierten Dienstleistungen in die ländlichen Gebiete der Steiermark aus. Dies geschieht mithilfe eines telemedizinischen Ansatzes. Das dafür entwickelte System, bezeichnet als „Forensic PETRA“ (Forensic Portable Equipment Tower for Remote Assistance), soll planmäßig im ersten Quartal 2027 am LKH Hochsteiermark in Leoben in Betrieb genommen werden. Das Kernkonzept sieht vor, dass Betroffene von häuslicher oder sonstiger Gewalt vor Ort in den ländlichen Regionen medizinisch und forensisch untersucht werden können. Parallel dazu wird gerichtsmedizinische Fachkompetenz aus Graz telemedizinisch zugeschaltet. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Qualität der Beweissicherung zu steigern und den Zugang zu einer spezialisierten Versorgung für vulnerable Personen zu erleichtern. Frau Dr. Sarah Heinze, die Leiterin des Diagnostik- und Forschungsinstituts für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Graz, ist maßgeblich an der Umsetzung dieser telemedizinischen Erweiterung beteiligt. Langfristig ist eine sukzessive Ausdehnung dieses Angebots auf den gesamten südösterreichischen Raum vorgesehen. Diese Initiative demonstriert, wie digitale Technologien die Versorgungsqualität für besonders schutzbedürftige Patientengruppen signifikant verbessern können. Die Anwendung von Telemedizin in diesem Kontext dient nicht der allgemeinen Standardversorgung, sondern unterstützt hochspezialisierte und sensible Behandlungsprozesse. Das Projekt könnte zukünftig als Vorbild für weitere Bereiche der Rechtsmedizin und Akutversorgung dienen, wo schnelle Verfügbarkeit von Fachwissen und regionale Spezialisierung von entscheidender Bedeutung sind. Quelle: ORF Steiermark / Kleine Zeitung / Kronen Zeitung / Die Presse