Schweizer Parlament ebnet Weg für umfassendes Dossier électronique de santé (DES)

Die Sozial- und Gesundheitskommission des Nationalrats hat den Entwurf für ein neues Dossier électronique de santé (DES) gebilligt. Dies bereitet die parlamentarische Debatte im Herbst vor, um das bisherige elektronische Patientendossier durch eine breiter nutzbare und interoperable Lösung abzulösen.

In der Schweiz rückt die Einführung eines umfassenderen Dossier électronique de santé (DES) näher. Die Sozial- und Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) hat dem entsprechenden Gesetzesentwurf mit 17 zu 8 Stimmen zugestimmt. Diese Entscheidung ermöglicht die parlamentarische Beratung des Vorhabens in der kommenden Herbstsession. Das geplante DES soll das bestehende elektronische Patientendossier (EPD) ablösen. Ziel ist eine signifikante Verbesserung der digitalen Gesundheitsversorgung durch erhöhte Interoperabilität und eine vereinfachte Nutzung. Die Neuerung soll eine breitere Akzeptanz und Verbreitung fördern, wodurch ein einheitlicheres System für Leistungserbringer und Patienten geschaffen wird. Mit dem überarbeiteten Konzept verbindet der Bund auch die Erwartung einer stärkeren Vernetzung im Gesundheitswesen. Dies soll eine verbesserte Datenbasis für die Qualitätssicherung sowie eine effizientere Steuerung der Versorgung ermöglichen. In der politischen Diskussion stehen dabei jedoch weiterhin wichtige Fragen des Datenschutzes, der Zugriffsrechte und der föderalen Kompetenzen im Fokus. Für die Schweizer Kantone und die beteiligten Gesundheitsdienstleister bedeutet das Projekt mittelfristig eine Anpassung ihrer Infrastruktur, Prozesse und der Governance elektronischer Dokumentation. Die konkrete Umsetzung und die Zeitfenster für die Einführung des DES sind abhängig von den weiteren Beratungen im Nationalrat und anschliessend im Ständerat. Quelle: watson.ch