Schweizer EPD vor Neuausrichtung: Sanela zieht sich zurück, neue Anbieter und Bundespläne ab 2029

Das Elektronische Patientendossier (EPD) in der Schweiz steht vor strukturellen Änderungen. Während der Bund einen grundlegenden Neustart ab 2029 anstrebt, beendet die Post-Tochter Sanela ihr EPD-Angebot bereits Ende 2026, was regional Kritik hervorruft. Parallel dazu entstehen alternative Anschlusslösungen für Gesundheitseinrichtungen.

Das Schweizer Elektronische Patientendossier (EPD) erlebt eine Phase der Neuausrichtung. Der Bund plant, das System frühestens ab dem Jahr 2029 neu zu strukturieren und aufzusetzen. Gleichzeitig hat die Post-Tochtergesellschaft Sanela angekündigt, ihr EPD-Angebot bereits zum Jahresende 2026 einzustellen. Diese Entscheidung führt insbesondere im Kanton Luzern zu Enttäuschung, da dortige Akteure weiterhin in die bestehende EPD-Infrastruktur investieren und erhebliche Betriebs- und Anschlusskosten tragen müssen. Diese Entwicklung wirft Fragen bezüglich der Effizienz der bisherigen Umsetzung auf und betont die Notwendigkeit klarer strategischer Vorgaben für den Übergang zu einer zukünftigen EPD-Generation. Trotz der geplanten Umstellung sind Spitäler und Pflegeheime weiterhin gezwungen, substanzielle finanzielle Mittel in den Betrieb und die Nutzung des aktuellen EPD-Frameworks zu investieren. Im Kontext dieser Unsicherheiten etablieren sich auch neue Anschlussmöglichkeiten für Schweizer Gesundheitseinrichtungen. Zertifizierte EPD-Stammgemeinschaften wie emedo bieten alternative Wege, um Behandlungsberichte, Laborergebnisse, Medikationslisten und Impfdaten sicher auszutauschen. Dies kann über separate Webportale oder durch Integration in bestehende IT-Systeme erfolgen. Patientinnen und Patienten erhalten dadurch die Möglichkeit, ihre medizinischen Dokumente selbst zu verwalten und präzise festzulegen, welche Fachpersonen Zugriff darauf erhalten. Die aktuelle Situation rückt die zentrale Frage in den Vordergrund, wie die Kontinuität der digitalen Versorgung und die Rechtssicherheit für Institutionen und Bürgern gleichermaßen gewährleistet werden können, während gleichzeitig grundlegende strukturelle Reformen des EPD vorbereitet werden.