Parlament Waadt gibt grünes Licht für neues Patienteninformationssystem

Das Parlament des Kantons Waadt hat die Behandlung eines Dekrets zur Einführung eines neuen digitalen Patienteninformationssystems auf Epic-Basis genehmigt. Dieses System soll das bestehende elektronische Patientendossier des CHUV und weiterer Spitäler ersetzen. Trotz Bedenken hinsichtlich Kosten und Datensouveränität erhielt der Vorschlag eine deutliche Mehrheit.

Im Kanton Waadt hat der Grosse Rat den parlamentarischen Prozess für ein fortschrittliches digitales Patienteninformationssystem (DPI) eingeleitet. Dieses System, das auf der Epic-Plattform basieren soll, ist dazu bestimmt, das derzeitige elektronische Patientendossier des Universitätsspitals CHUV sowie von elf weiteren Einrichtungen der Föderation der Waadtländer Spitäler (FHVI) abzulösen und zu vereinheitlichen. Die erste Hürde im Parlament wurde erfolgreich genommen: 93 Abgeordnete sprachen sich für die Weiterführung der Beratung des Dekrets aus, während 43 dagegen stimmten und fünf sich enthielten. Dieser Beschluss ebnet den Weg für eine vertiefte Diskussion über die erforderlichen Investitionen, den Zeitplan für die Implementierung und die erwarteten Auswirkungen auf die klinischen Arbeitsabläufe in den beteiligten Gesundheitseinrichtungen. Das geplante DPI fungiert als internes Krankenhausinformationssystem und ist somit von der schweizweiten Lösung des elektronischen Patienten- bzw. Gesundheitsdossiers (EPD/E-GD) abzugrenzen. Primäres Ziel ist die Schaffung einer modernen und integrierten Plattform zur umfassenden Dokumentation, Optimierung von Medikationsprozessen und Vereinheitlichung von Behandlungspfaden innerhalb der assoziierten Spitäler. In der Debatte wurden kritische Punkte wie die hohen Kosten, die potenzielle Abhängigkeit von einem US-amerikanischen Softwareanbieter sowie Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit angesprochen. Befürworter heben hingegen die Vorteile hervor, darunter eine verbesserte Integration klinischer Daten, eine stärkere Standardisierung von Prozessen und langfristige Effizienzsteigerungen. Das Projekt stellt einen wesentlichen Schritt für die digitale Versorgung im Kanton Waadt dar, mit zukünftigen Schnittstellen zum nationalen E-GD und anderen eHealth-Diensten in weiteren Entwicklungsphasen. Quelle: ICTjournal