OpenAI integriert öffentliche Gesundheitsdaten direkt in klinische KI-Systeme über Epic EHR
Ab September 2026 können Gesundheitseinrichtungen OpenAI's ChatGPT for Healthcare mit ihren Epic EHR-Systemen verknüpfen. Ein spezielles Plugin ermöglicht dabei den autorisierten Zugriff auf Patientendaten und deren Kombination mit relevanten öffentlichen Gesundheitsdatensätzen. Ziel ist die effiziente Integration von generativer KI in klinische Abläufe zur Entscheidungsunterstützung.
Ab dem 1. September 2026 bietet OpenAI Gesundheitseinrichtungen die Möglichkeit, ihre vorhandenen Epic-EHR-Umgebungen mit der Anwendung ChatGPT for Healthcare zu verbinden. Diese Integration wird durch ein neu entwickeltes Healthcare Public Data Plugin ergänzt, das eine innovative Verknüpfung von Patientendaten mit externen, offiziellen Gesundheitsdatensätzen ermöglicht. Klinische Teams erhalten dadurch die Befugnis, innerhalb ihrer gewohnten EHR-Plattform sowohl auf spezifische Patientendaten zuzugreifen als auch diese mit ausgewählten öffentlichen Gesundheitsinformationen zu kombinieren. Das Healthcare Public Data Plugin stellt eine Brücke zu einer Vielzahl offizieller Gesundheitsdaten her, darunter medizinische Leitlinien, Krankheitsregister oder epidemiologische Statistiken. Diese Funktion soll die KI-gestützte Entscheidungsfindung in Bereichen wie medizinischer Dokumentation, Kodierung und Patientenversorgung verbessern. Der Ansatz zielt darauf ab, generative künstliche Intelligenz nahtlos in klinische Arbeitsabläufe einzubinden, während gleichzeitig die Nutzung ungeprüfter oder unsicherer Webquellen vermieden wird. Die Anbindung an Epic, ein weltweit führendes System für elektronische Patientenakten, ist auch für den deutschsprachigen Raum von Bedeutung, da mehrere Kliniken in Deutschland und der Schweiz dieses System bereits einsetzen oder entsprechende Pilotprojekte verfolgen. Bei der Implementierung stehen jedoch zentrale Aspekte wie Datenschutz, Governance-Richtlinien und die präzise Definition zulässiger Anwendungsfälle im Vordergrund. Die Berichte unterstreichen, dass die Nutzung ausschließlich autorisierten klinischen Teams mit klar definierten Zugriffsrechten vorbehalten ist. Dennoch bleiben weiterhin Fragen bezüglich der Haftung, der Validierung von KI-generierten Outputs sowie der regulatorischen Einordnung solcher Systeme innerhalb der europäischen Gesetzgebung offen. Für die digitale Gesundheitslandschaft im DACH-Raum signalisiert diese Entwicklung, dass KI-gestützte Assistenzsysteme, die direkt in Klinik-Informationssysteme integriert sind, in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden. Dies erfordert zugleich eine sorgfältige Abstimmung mit europäischen Regulierungen wie der Medizinprodukte-Verordnung (MDR) und dem AI Act. Quelle: Unite.ai / IT-Boltwise