OECD beziffert Potenzial interoperabler Gesundheitsdaten: Milliarden-Einsparungen möglich

Eine aktuelle OECD-Analyse beleuchtet den ökonomischen Nutzen vollständig vernetzter Gesundheitssysteme. Demnach könnten die jährlichen Gesundheitsausgaben um 2,7 bis 6,6 Prozent gesenkt werden, wenn Systeme und Schnittstellen konsequent interoperabel gestaltet sind. Universitäten in Deutschland reagieren bereits auf den Bedarf an Fachkräften, um diese digitale Transformation zu unterstützen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in einer am 30. Juli 2026 veröffentlichten Analyse das Einsparpotenzial voll interoperabler Gesundheitssysteme quantifiziert. Die Untersuchung prognostiziert jährliche Einsparungen von 2,7 bis 6,6 Prozent der Gesundheitsausgaben durch eine verbesserte Vernetzung von Daten und Systemen. Potenziale zur Effizienzsteigerung ergeben sich insbesondere durch eine optimierte Koordinierung der Patientenversorgung, eine vereinfachte Dokumentation sowie die Reduzierung von Doppeluntersuchungen. Die OECD verweist auf internationale Entwicklungen, wie die in den USA ab Anfang 2027 verpflichtenden FHIR-Schnittstellen für Vorabgenehmigungen und den Datenaustausch, als Beispiel für die technische Umsetzung von Interoperabilität. Für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) unterstreicht die Studie den steigenden Bedarf an spezialisiertem Personal in den Bereichen Datenschutz, Datenmanagement und klinische Dokumentation. Bildungseinrichtungen wie die Technische Universität München und die Charité Berlin haben bereits mit der Einführung neuer Masterstudiengänge reagiert, um Fachkräfte für die digitale Transformation im Gesundheitswesen auszubilden. Die Analyse liefert somit wichtige Argumente für aktuelle legislative Vorhaben zur Einführung der elektronischen Patientenakte und zur Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten. Die quantifizierten Einsparpotenziale sollen die politische Diskussion in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen und als Referenz für weitere Digitalisierungsinitiativen dienen. Für Akteure im digitalen Gesundheitsbereich betont der Bericht die strategische Relevanz technischer Interoperabilität, wie beispielsweise durch den Einsatz von FHIR-Standards und offenen Schnittstellen. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit hervorgehoben, die Kompetenzen in den Bereichen Datenschutz und Governance systematisch auszubauen, um die erwarteten Effizienzgewinne vollumfänglich realisieren zu können. Quelle: Ad-hoc-news / OECD