Norddeutsche Bundesländer planen gemeinsames Telemedizinnetzwerk bis 2027

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein beabsichtigen den Aufbau eines länderübergreifenden Telemedizin-Netzwerks namens „Tenno“ zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Dieses digitale Netzwerk soll zunächst alle Krankenhäuser und später auch ambulante Dienste sowie den Rettungsdienst integrieren. Die Finanzierung ist hauptsächlich über den Transformationsfonds vorgesehen, wobei der Start des Projekts ab 2027 geplant ist und spezifische Förderrichtlinien des Bundes abgewartet werden.

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein verfolgen das Ziel, ein gemeinsames digitales Gesundheitsnetzwerk zu etablieren. Unter dem Namen „Telemedizin-Netz Nord-Ost“ (Tenno) soll dieses System die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg fördern. Primär ist die digitale Vernetzung sämtlicher Krankenhäuser in beiden Bundesländern vorgesehen, gefolgt von der Einbindung ambulanter Versorgungsstrukturen und des Rettungsdienstes. Diese Initiative zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung in der Region umfassend zu stärken. Eine verbindliche Teilnahme für die Kliniken ist geplant, unabhängig von deren Trägerschaft, Versorgungsstufe oder geografischer Lage. Die Schaffung eines „gemeinsamen digitalen Raumes“ soll die Nutzung spezialisierter medizinischer Angebote optimieren und telemedizinische Dienste systematisch integrieren. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die Versorgung effizienter zu gestalten und die Koordination überregional zu verbessern. Die Realisierung dieses Projekts soll maßgeblich durch Mittel aus dem Transformationsfonds erfolgen. Die Förderrichtlinien dieses Fonds sehen prinzipiell die Unterstützung länderübergreifender Vorhaben vor. Allerdings warten die Bundesländer noch auf spezifische Vorgaben der Bundesregierung, die telemedizinische Projekte explizit adressieren. Erst nach deren Veröffentlichung können die entsprechenden Anträge beim Bundesamt für Soziale Sicherung eingereicht werden. Der Start des Aufbaus des Telemedizin-Netzes ist für Anfang 2027 vorgesehen. Das Vorhaben in Norddeutschland demonstriert das Potenzial der Telemedizin, wenn sie über einzelne Pilotprojekte hinaus in eine kohärente regionale Versorgungsarchitektur eingebettet wird. Es unterstreicht die Bedeutung einer abgestimmten Infrastruktur, gesicherten Finanzierung und klaren Governance über mehrere administrative Ebenen hinweg. Die Konzeption von Tenno folgt zudem der Empfehlung, digitale Versorgungsangebote nicht isoliert zu betreiben, sondern in verbindliche Systeme zur Patientensteuerung zu integrieren. Dies verknüpft die Digitalisierung des Gesundheitswesens direkt mit den Zielen der Krankenhausreform und der Stärkung der sektorübergreifenden Versorgung. Quelle: Deutsches Ärzteblatt