Medizinische KI: Schweizer Regulierungsansatz bietet Freiraum gegenüber EU-AI-Act

Die Schweiz weist im Bereich der medizinischen Künstlichen Intelligenz (KI) einen besonderen regulatorischen Spielraum auf, der Innovationen begünstigen kann. Im Gegensatz zur Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich sind bestimmte KI-Plattformen hier bereits im Einsatz. Dieser Unterschied verdeutlicht die direkten Auswirkungen divergierender KI-Regulierungen auf die Verfügbarkeit von Gesundheitslösungen.

Ein aktueller Beitrag beleuchtet die unterschiedlichen regulatorischen Gegebenheiten für medizinische Künstliche Intelligenz (KI) in Europa. Während in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich gewisse Blockaden festgestellt werden, zeigt sich die Schweiz in einer anderen Position. Als konkretes Beispiel wird die Plattform "Open Evidence" genannt, die in der Schweiz zugänglich ist, jedoch derzeit nicht in der EU oder im Vereinigten Königreich genutzt werden kann. Die geografische Lage der Schweiz innerhalb Europas, gepaart mit ihrer Unabhängigkeit vom europäischen KI-Rechtsrahmen (AI Act), schafft einen spezifischen regulatorischen Spielraum. Dieser Umstand kann die Einführung und Entwicklung von Innovationen im Bereich der medizinischen KI erleichtern. Es ist jedoch zu betonen, dass dieser Freiraum keine vollständige Abwesenheit von Regulierungen bedeutet, sondern vielmehr eine Anpassung an spezifische nationale Anforderungen ermöglicht. Für Akteure im digitalen Gesundheitswesen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) verdeutlicht diese Situation, wie nationale KI-Regime die Skalierbarkeit und Verfügbarkeit von KI-Lösungen im Gesundheitssektor direkt beeinflussen. Während die EU verstärkt auf Risikobewertung und Schutzmechanismen setzt, könnten Anbieter kurzfristig den Schweizer Markt als bevorzugten Standort für die Implementierung bestimmter KI-gestützter Evidenzplattformen betrachten. Langfristig stellt sich die Frage, wie eine Kompatibilität und Interoperabilität zwischen den unterschiedlichen nationalen und europäischen Regulierungsrahmen erreicht werden kann. Ziel ist es, grenzüberschreitende KI-gestützte Versorgungslösungen im Gesundheitswesen zu ermöglichen und zu fördern. Quelle: Neue Zürcher Zeitung