KI im Gesundheitswesen: OpenAI und Epic-EHR-Integration wirft Datenschutzfragen auf

Die direkte Anbindung von OpenAI's ChatGPT an Epic-EHR-Systeme ermöglicht medizinischem Personal den KI-gestützten Zugriff auf umfassende Patientendaten. Diese Entwicklung in den USA löst in Europa eine Debatte über Datenschutz, regulatorische Hürden und die Notwendigkeit angepasster Rahmenbedingungen aus, insbesondere im Hinblick auf die DSGVO.

OpenAI hat kürzlich eine direkte Schnittstelle zwischen seiner ChatGPT-Technologie für das Gesundheitswesen und den elektronischen Patientenakten (EHR) des US-Anbieters Epic vorgestellt. Diese Integration, die am 1. September 2026 angekündigt wurde, deckt Daten von über 325 Millionen Patientinnen und Patienten ab. Kliniker können demnach im Rahmen ihrer Befugnisse kontextbezogen auf medizinische Unterlagen wie Terminnotizen, Laborwerte und Medikationslisten zugreifen und diese mithilfe der Künstlichen Intelligenz analysieren lassen. Diese technologische Erweiterung soll autorisierten Fachkräften ermöglichen, patientenbezogene Informationen sicher in Dialogsysteme einzubinden. Dies dient der Entscheidungsunterstützung, beispielsweise bei der Diagnostik oder der Therapieplanung. Aus europäischer Perspektive wird jedoch betont, dass der Datenschutz, die Datenhoheit und die bestehenden regulatorischen Anforderungen, wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und nationale Gesundheitsdatengesetze, umfassende Anpassungen erfordern, bevor vergleichbare Integrationen im DACH-Raum umgesetzt werden könnten. Die Einführung dieser Technologie befeuert auch im deutschsprachigen Raum die Diskussion über die Chancen und Risiken von KI-gestützter Entscheidungsunterstützung in der Gesundheitsversorgung. Zentrale Fragen betreffen dabei die Transparenz der KI-Systeme, die Kontrolle von Voreingenommenheit (Bias), Haftungsfragen sowie die technische Realisierung sicherer Schnittstellen für hochsensible Gesundheitsdaten. Während Befürworter Effizienzgewinne durch schnellere Informationsaggregation und strukturierte Fallzusammenfassungen erwarten, weisen Kritiker auf potenzielle Überabhängigkeit und die Notwendigkeit klarer Governance-Strukturen hin. Für europäische Gesundheitseinrichtungen könnte die US-amerikanische Entwicklung als Referenzmodell dienen, um eigene Strategien für den Einsatz von KI und die notwendigen regulatorischen Anforderungen zu schärfen. Parallel dazu sind auf europäischer Ebene legislative Initiativen wie der AI Act sowie sektorspezifische Leitlinien für KI in der Medizin in Vorbereitung. Quelle: VentureAtlas / Datagrom / LinkedIn