Großflächiger TI-Ausfall in Deutschland: E-Gesundheitsdienste 19 Stunden lang gestört

Ein fast 19-stündiger bundesweiter Ausfall der Telematikinfrastruktur (TI) am 7. September 2026 legte zentrale digitale Gesundheitsdienste in Deutschland lahm. Die Störung, verursacht durch einen Zertifikatsanbieter, zwang Leistungserbringer zum Rückgriff auf analoge Prozesse. Der Vorfall wirft Fragen der Haftung auf und fällt in eine Phase wichtiger technischer Updates, was die Bedeutung robuster und zuverlässiger digitaler Infrastrukturen im Gesundheitswesen unterstreicht.

Am 7. September 2026 kam es in Deutschland zu einem signifikanten Ausfall der Telematikinfrastruktur (TI), der Dienste wie die elektronische Patientenakte (ePA), das E-Rezept und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) über einen Zeitraum von nahezu 19 Stunden beeinträchtigte. Ursächlich für diese Störung war ein Problem bei D-Trust, einem Zertifikatsanbieter und Tochterunternehmen der Bundesdruckerei. Einige Tage später traten weitere Beeinträchtigungen auf, die die Abhängigkeit des Gesundheitswesens von stabilen IT-Systemen verdeutlichten. Die Auswirkungen des Ausfalls waren weitreichend: Arztpraxen und Apotheken sahen sich gezwungen, auf herkömmliche Papierverfahren auszuweichen. Dies umfasste beispielsweise die Ausstellung von Rezepten nach Muster 16 oder papiergebundene Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Der Vorfall machte deutlich, wie verwundbar zentrale digitale Infrastrukturen gegenüber technischen Fehlfunktionen sind und welche Herausforderungen dies für die Patientenversorgung mit sich bringt. Infolge des Systemausfalls intensivierte sich die Diskussion über Haftungsfragen bei Störungen der TI. Es wird erörtert, wer die Verantwortung für entstehende Schäden und den zusätzlichen Aufwand trägt, insbesondere in Apotheken. Die Gematik betonte, dass viele Ausfälle auf externe Ursachen zurückzuführen seien, kündigte jedoch an, die Verlässlichkeit der Infrastruktur weiter zu verbessern. Dieser Kontext fällt mit der Notwendigkeit zusammen, Konnektoren bis zum 30. September 2026 auf die Produktversion PTV6 zu aktualisieren, um die Kompatibilität mit neuen elektronischen Gesundheitskarten sicherzustellen. Ohne dieses Update können Praxen keine Verbindung zur TI herstellen, was ebenfalls umfangreiche Papier-Ersatzverfahren nach sich zieht. Die Kombination aus Infrastruktur-Ausfällen und obligatorischen technischen Aktualisierungen unterstreicht die Relevanz einer widerstandsfähigen und gut wartbaren Telematikinfrastruktur für die Fortschritte der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen. Leistungserbringer wie Praxen und Apotheken sind dabei angehalten, technische Risiken in ihrem operativen Alltag zu berücksichtigen. Quelle: CoKom One / Pharmazeutische Zeitung / DocCheck