GeDIG-Entwurf: Weg frei für KI-gestützte ePA und neue Datenregelungen in der Gesundheit
Die Bundesregierung plant mit dem GeDIG-Entwurf eine umfassende Modernisierung der digitalen Gesundheitsinfrastruktur. Dies umfasst eine KI-erweiterte elektronische Patientenakte mit neuen Servicefunktionen sowie die stärkere Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung. Bürger erhalten zudem ein Widerspruchsrecht gegen die sekundäre Datenverwendung.
Deutschland steht vor einer umfassenden Neugestaltung seiner digitalen Gesundheitslandschaft. Ein vom Bundeskabinett am 15. Juli 2026 verabschiedeter Entwurf für das Gesetz zur digitalen Gesundheitsinfrastruktur (GeDIG) zielt darauf ab, die elektronische Patientenakte (ePA) erheblich zu erweitern und die Nutzung von Gesundheitsdaten neu zu regeln. Der Gesetzesentwurf sieht vor, die ePA ab Anfang 2027 um fortschrittliche Funktionen zu ergänzen. Dazu gehören die KI-gestützte, verständliche Aufbereitung komplexer Befunde, personalisierte Informationen zu Medikamenten sowie eine integrierte Volltextsuche. Eine digitale Impfübersicht, ergänzt durch Erinnerungsfunktionen, soll Mitte 2027 folgen. Diese Neuerungen sollen Patientinnen und Patienten eine verbesserte Nutzung ihrer Gesundheitsdaten ermöglichen und den Zugang zu relevanten Informationen vereinfachen. Ein weiterer zentraler Aspekt ist die erleichterte Verwertung von Gesundheitsdaten im Rahmen des European Health Data Space (EHDS). Ziel ist es, diese Daten verstärkt für Forschung, Innovation, die Optimierung der Versorgung sowie die Entwicklung und Validierung von KI-Systemen nutzbar zu machen. Gleichzeitig wird den Bürgerinnen und Bürgern ein umfassendes Widerspruchsrecht gegen die sekundäre Nutzung ihrer persönlichen Gesundheitsdaten eingeräumt, um die Datenhoheit zu wahren. Da es sich um einen Entwurf handelt, können die vorgeschlagenen Regelungen im parlamentarischen Prozess noch Anpassungen erfahren. Die strategische Ausrichtung signalisiert jedoch eine klare Bewegung hin zu einer daten- und KI-getriebenen Gesundheitsversorgung in Deutschland, was sowohl für Leistungserbringer als auch für Patientinnen und Patienten langfristige Auswirkungen haben wird. Quelle: Castroyal / Roq-News