EU stärkt Datenaustausch: Neue Interoperabilitätsstandards für digitale Gesundheitslösungen ab 2026
Die Europäische Union hat verbindliche Regeln für den grenzüberschreitenden Austausch von Gesundheitsdaten eingeführt. Ab dem 13. August 2026 werden technische Anforderungen an den European Health Data Space (EHDS) verschärft, um eine nahtlose Interoperabilität digitaler Anwendungen zu gewährleisten. Dies betrifft primär EU-Mitgliedstaaten, bietet aber auch indirekte Vorteile für Länder mit engen Anbindungen wie Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Die Europäische Union treibt die digitale Transformation im Gesundheitswesen voran und setzt neue Maßstäbe für den Austausch von Gesundheitsdaten. Seit dem 13. August 2026 gelten erweiterte Bestimmungen, die den grenzüberschreitenden Datenaustausch innerhalb des European Health Data Space (EHDS) regeln. Diese Vorschriften zielen darauf ab, die technischen Standards für elektronische Gesundheitsdaten verbindlicher zu gestalten, was den Druck auf die Interoperabilität digitaler Gesundheitslösungen deutlich erhöht. Der EHDS bildet die strategische Grundlage der EU-Digital-Health-Strategie. Im Kern sehen die Neuerungen einheitliche Austauschformate für diverse Gesundheitsinformationen vor. Die Umsetzung erfolgt gestaffelt, beginnend mit Primärdaten, gefolgt von Laborwerten und schließlich Entlassungsberichten. Diese schrittweise Einführung soll eine geordnete Adaption der Systeme ermöglichen. Für Anbieter und Hersteller im Gesundheitssektor sind die neuen Regelungen von großer Bedeutung: Elektronische Patientenaktensysteme (EHR-Systeme), die ab dem Jahr 2028 innerhalb der EU vertrieben werden, müssen vollständig mit den europäischen Formaten kompatibel sein. Bereits bestehende Infrastrukturen wie MyHealth@EU, die in mehreren Mitgliedstaaten operativ genutzt wird, profitieren ebenfalls von diesen Entwicklungen, da sie zur Schaffung eines kohärenten digitalen Gesundheitsraums beitragen. Quelle: BABA-INT