Digitalisierungsschub: Bevölkerungsmehrheit befürwortet E-Verordnungen für Heil- und Hilfsmittel

Eine aktuelle Erhebung zeigt eine breite Zustimmung in der Bevölkerung für elektronische Verordnungen von Heil- und Hilfsmitteln. Parallel dazu testen führende Krankenkassen in einem Pilotprojekt die volldigitale Abwicklung von Hilfsmittel-Verordnungen, um Erfahrungen für eine bundesweite Einführung zu sammeln. Dies signalisiert Rückenwind für die weitere digitale Transformation im Gesundheitswesen.

Eine repräsentative Umfrage in Deutschland belegt eine deutliche Mehrheit, die elektronische Verordnungen (E-Verordnungen) für Heil- und Hilfsmittel begrüßt. Diese positive Haltung erstreckt sich über verschiedene Altersgruppen hinweg, wobei insbesondere jüngere Personen eine hohe Akzeptanz zeigen, aber auch ältere Versicherte dem digitalen Prozess überwiegend offen gegenüberstehen. Diese breite Akzeptanz gilt als wichtiger Impuls für die fortschreitende Digitalisierung im Versorgungsbereich. Seit Herbst 2024 erproben sieben große gesetzliche Krankenkassen, die zusammen rund 34 Millionen Versicherte repräsentieren, im Rahmen der Initiative "eGesundheit Deutschland" einen umfassend digitalen Prozess für Hilfsmittel. Dieser Testlauf umfasst die gesamte Kette von der Verordnung über die Einlösung bis zur Abrechnung. Ab Juli 2026 sind nahezu alle Hilfsmittel in dieses Pilotprojekt integriert, ausgenommen sind lediglich Seh- und Hörhilfen sowie Pflegehilfsmittel. Ziel ist es, wertvolle praktische Erkenntnisse zu gewinnen und technische sowie organisatorische Herausforderungen frühzeitig zu identifizieren, bevor eine flächendeckende Einführung erfolgt. Die Erwartungen an elektronische Verordnungen sind hoch: Sie sollen Medienbrüche reduzieren, Abläufe beschleunigen und die Transparenz der Verordnungswege verbessern. Die gewonnenen Erfahrungen aus dem Pilotprojekt sollen klären, wie die Anbindung von Arztpraxen und Leistungserbringern optimal gestaltet werden kann, welche Integrationen in Praxis- und Abrechnungssysteme notwendig sind und wie nutzerfreundliche Lösungen für Versicherte entwickelt werden können. Gleichzeitig wird intensiv diskutiert, wie ein umfassender Rollout der E-Verordnungen so gestaltet werden kann, dass auch digital weniger affine Patientengruppen adäquat berücksichtigt werden. Um die Versorgungssicherheit für alle Versicherten zu gewährleisten, sind begleitende Schulungsmaßnahmen, umfassende Unterstützung und die Bereitstellung analoger Alternativen weiterhin von zentraler Bedeutung. Quelle: DAK-Gesundheit / TK / Gesundheitsprofi.de