Digitaler Eltern-Kind-Pass: Einführung in Österreich auf 2027 verschoben
Die bundesweite Einführung des digitalen Eltern-Kind-Passes in Österreich verzögert sich um ein weiteres Jahr auf den 1. Oktober 2027. Technische Schwierigkeiten und unklare Zugriffsrechte für Hebammen werden als Hauptgründe für die Verschiebung genannt. Dies beleuchtet wiederholt Herausforderungen bei der Digitalisierung im österreichischen Gesundheitswesen.
Die flächendeckende Implementierung des digitalen Eltern-Kind-Passes in Österreich wird erst zum 1. Oktober 2027 erfolgen, ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen. Diese erneute Verzögerung ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, darunter technische Probleme bei der notwendigen Software-Umstellung in mehreren Bundesländern. Infolgedessen bleibt der traditionelle gelbe Papier-Pass länger als erwartet in Gebrauch. Ein wesentlicher Streitpunkt bleibt die Integration der Hebammen in das digitale System. Aktuell verfügen diese Berufsgruppe nicht über die notwendigen Zugriffsrechte auf ELGA (Elektronische Gesundheitsakte Österreich), was ihnen die eigenständige Eintragung von Befunden im digitalen Eltern-Kind-Pass unmöglich macht. Hebammenverbände kritisieren, dass zentrale Leistungen rund um Schwangerschaft und Geburt im aktuellen Konzept nicht adäquat abgebildet sind und fordern erweiterte Kompetenzen sowie technische Schreibrechte, um eine umfassende Versorgung gewährleisten zu können. Berichten zufolge arbeitet das Gesundheitsministerium an Lösungsansätzen, konkrete technische und organisatorische Anpassungen stehen jedoch noch aus. Die erneute Verschiebung wird in der öffentlichen Diskussion als ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen bei der Digitalisierung des österreichischen Gesundheitswesens interpretiert. Sie verdeutlicht die Notwendigkeit einer reibungslosen Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen sowie einer frühzeitigen und umfassenden Einbindung aller relevanten Berufsgruppen in den Entwicklungsprozess digitaler Anwendungen. Der Fall unterstreicht, dass selbst bei bestehender Infrastruktur wie ELGA und der E-Card für neue, sektorübergreifende Anwendungen wie den Eltern-Kind-Pass weiterhin Anpassungsbedarf besteht. Quelle: Heute / Kronen Zeitung / eXXpress