Digitale Patientenakten: Luzern stoppt EPD-Anlaufstelle bis 2026

Der Kanton Luzern beendet den Betrieb seiner Unterstützungseinrichtung für das elektronische Patientendossier (EPD) bis Ende September 2026. Diese Entscheidung beruht auf der geringen Inanspruchnahme durch die Bevölkerung und dem Rückzug des bisherigen Dienstleisters. Aktuell werden Optionen für die Datenüberführung bestehender Dossiers geprüft.

Der Kanton Luzern wird seine zentrale Anlaufstelle für das elektronische Patientendossier (EPD) bis zum 30. September 2026 stilllegen. Gründe hierfür sind die verhaltene Nutzung des Angebots durch die Bürgerinnen und Bürger sowie der angekündigte Ausstieg der bislang betreibenden PostSanela Health AG zum Jahresende. Diese Entwicklung wirft Fragen bezüglich der Kontinuität und des Zugangs zu digitalen Gesundheitsdaten in der Übergangsphase auf. Die kantonale Dienststelle Gesundheit und Sport befasst sich derzeit intensiv mit der Frage, wie die bestehenden EPD-Dossiers und die dazugehörigen Kundendaten auf einen potenziellen neuen Anbieter übertragen werden können. Parallel dazu plant der Kanton, die Öffentlichkeit zukünftig hauptsächlich über seine offizielle Website über das weitere Vorgehen und alternative Zugangsmöglichkeiten zum EPD zu informieren. Diese Anpassung der kantonalen Infrastruktur erfolgt vor dem Hintergrund einer umfassenderen nationalen Strategie. Ab dem Jahr 2030 ist in der Schweiz die Einführung eines zentral geregelten elektronischen Gesundheitsdossiers geplant, welches das aktuelle EPD ablösen und eine breitere Akzeptanz sowie Anwendung finden soll. Luzerns Vorgehen verdeutlicht die Herausforderungen beim Übergang zwischen verschiedenen digitalen Versorgungslösungen, insbesondere im Hinblick auf den Wechsel von Dienstleistern und die Sicherstellung des Datenschutzes und der Datensicherheit für Patientinnen und Patienten. Für die Gesundheitsversorgung bedeutet dies kurzfristig eine Reduzierung der niedrigschwelligen Angebote zum EPD. Mittelfristig eröffnen sich jedoch Potenziale für eine integrierte, landesweite Lösung mit klar definierten Verantwortlichkeiten, die eine verbesserte digitale Gesundheitsversorgung ermöglichen könnte. Quelle: Bote der Urschweiz