Digitale Medizin in der Orthopädie: Neue Knie-App auf Rezept, Qualitätsdefizite bei Mental-Health-Apps
Das deutsche Gesundheitssystem integriert weitere digitale Gesundheitsanwendungen, wie eine neue App zur Knie-Rehabilitation, die nun verordnungsfähig ist. Gleichzeitig offenbaren Tests bei Apps für Angststörungen erhebliche Qualitätsmängel, was die Notwendigkeit einer sorgfältigen Auswahl evidenzbasierter Angebote hervorhebt.
In Deutschland werden die Möglichkeiten für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) erweitert. Neueste Ergänzung ist eine spezialisierte App zur Unterstützung der Rehabilitation und des Trainings bei Kniescheibenverletzungen. Diese ist offiziell als „App auf Rezept“ zugelassen und kann von Ärzt:innen verschrieben werden, um Patient:innen digital durch den Genesungsprozess zu begleiten. Dies ermöglicht insbesondere technikaffinen Patient:innen eine stärker digitalisierte Versorgung. Dem gegenüber steht eine kritische Bewertung von Anwendungen gegen Angststörungen. Aktuelle Tests zeigen, dass nur ein kleiner Teil der auf dem Markt verfügbaren Angebote qualitativ überzeugen kann. Dies deutet auf deutliche Unterschiede in der Wirksamkeit und Nutzerfreundlichkeit im wachsenden Segment der digitalen psychotherapeutischen Tools hin. Die Einführung von DiGAs als erstattungsfähige Leistungen unterliegt strengen regulatorischen Anforderungen. Diese umfassen Kriterien wie den Nachweis der medizinischen Wirksamkeit (Evidenz), den Schutz persönlicher Daten sowie eine hohe Benutzerfreundlichkeit. Die Ergebnisse der App-Tests für Angststörungen verdeutlichen jedoch, dass nicht alle Produkte diese Standards in gleichem Maße erfüllen. Diese Entwicklungen unterstreichen die Chancen der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung, weisen aber gleichzeitig auf die Bedeutung eines robusten Qualitätsmanagements hin. Eine evidenzbasierte Auswahl und Empfehlung von DiGAs durch medizinisches Fachpersonal und Krankenkassen ist entscheidend, um den Patient:innen nachhaltig wirksame und sichere digitale Therapiewerkzeuge anzubieten. Quelle: Apotheken Umschau