Bundesweite Ausfälle der digitalen Gesundheitsinfrastruktur: E-Rezept und ePA betroffen
Anfang September 2026 kam es in Deutschland zu einem mehrtägigen, landesweiten Ausfall der Telematikinfrastruktur. Die Störung, welche digitale Dienste wie das E-Rezept und die elektronische Patientenakte (ePA) umfasste, erforderte eine Umstellung auf manuelle Prozesse in Praxen und Apotheken. Ursächlich waren technische Probleme mit digitalen Identitätskarten eines Anbieters.
Anfang September 2026 kam es in Deutschland zu einer gravierenden, landesweiten Störung der Telematikinfrastruktur (TI). Diese beeinträchtigte zentrale digitale Gesundheitsanwendungen wie das E-Rezept, die elektronische Patientenakte (ePA) und weitere Kommunikationsdienste im Gesundheitswesen (KIM-Dienste). Der Ausfall, der sich am 7. September gegen Mittag manifestierte und bis in die Morgenstunden des 8. September andauerte, betraf die digitale Infrastruktur in Arztpraxen und Apotheken im gesamten Bundesgebiet. Ab dem 8. September, etwa 7:40 Uhr, wurde die Funktionalität schrittweise wiederhergestellt. Ursache und Auswirkungen auf die Versorgung Als Auslöser der Störung wurden technische Probleme mit spezifischen SMC-B-Karten des Herstellers D-Trust identifiziert. Diese Karten dienen medizinischen Einrichtungen als digitale Identifikation für den Zugang zur Telematikinfrastruktur. In der Folge konnten elektronische Gesundheitskarten (eGK) nicht eingelesen, E-Rezepte nicht ausgestellt und E-AU-Bescheinigungen nicht generiert werden. Auch die Einlösung von E-Rezepten über entsprechende Apps war beeinträchtigt. Patienten waren während dieser Zeit darauf angewiesen, auf Papierrezept-Ausdrucke oder lokale Notfallregelungen in den Gesundheitseinrichtungen zurückzugreifen. Herausforderungen und Lessons Learned Dieser Vorfall verdeutlicht die hohe Abhängigkeit des Gesundheitssystems von einer stabilen und funktionierenden digitalen Infrastruktur sowie von zuverlässigen digitalen Identitätskomponenten. Für Leistungserbringer resultierte der Ausfall in zusätzlichem organisatorischen Aufwand. Er stellte zudem die Akzeptanz und Belastbarkeit digitaler Anwendungen wie des E-Rezepts und der ePA auf die Probe. Die gematik hat nach eigenen Angaben eine engmaschige Überwachung der Systemstabilität initiiert, um zukünftige Ausfälle zu verhindern und die Robustheit der Systeme zu gewährleisten.