Apotheken als Hubs: Das Potenzial assistierter Telemedizin für die Patientenversorgung
Seit Juli ist die assistierte Telemedizin (aTM) in Deutschland gesetzlich verankert, wodurch Apotheken eine neue Rolle als Anlaufstellen für digitale Gesundheitsdienste übernehmen können. Sie unterstützen Patienten bei der Nutzung von Videosprechstunden und anderen telemedizinischen Angeboten. Dies verspricht eine verbesserte Zugänglichkeit, insbesondere für Patientengruppen mit geringer Digitalaffinität oder in strukturschwachen Regionen.
Das Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens (DigiG) ermöglicht seit dem 1. Juli dieses Jahres die assistierte Telemedizin (aTM) in Apotheken. Diese Neuerung erlaubt es Apotheken, Patientinnen und Patienten aktiv bei der Inanspruchnahme telemedizinischer Leistungen zu unterstützen. Dies umfasst beispielsweise technische Hilfestellungen sowie die Bereitstellung diskreter Räumlichkeiten für die Durchführung von Videosprechstunden. Ziel ist es, die Hemmschwelle für die Telemedizin zu senken und die Reichweite ärztlicher Versorgung zu erhöhen. Insbesondere im September rückt dieses Modell verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Umsetzung der aTM stellt Apotheken vor diverse Herausforderungen und erfordert die Beachtung spezifischer Vorgaben. Aktuelle Veröffentlichungen in Fachmedien beleuchten detailliert die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen, die Anforderungen an die Dokumentation sowie die Modalitäten der Abrechnung. Ebenso relevant sind Fragen der Haftung, die Gestaltung der Kooperation mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten sowie die Integration in die bestehende Telematikinfrastruktur. Ein zentraler Vorteil der assistierten Telemedizin liegt in der verbesserten Zugänglichkeit der Versorgung. Sie richtet sich insbesondere an Personengruppen, die weniger affin im Umgang mit digitalen Technologien sind. Darüber hinaus bietet das Modell die Chance, die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten oder bei eingeschränkter Mobilität der Patientinnen und Patienten zu optimieren, indem es eine Verbindung zwischen lokaler Präsenz und digitalen Konsultationen schafft. Die Einführung der aTM in Deutschland reiht sich in einen breiteren Trend der Telemedizin-Entwicklung ein, wie er beispielsweise in der Schweiz mit dort etablierten Telmed-Modellen zu beobachten ist, bei denen Versicherte zunächst eine telefonische oder Online-Beratung in Anspruch nehmen. Die kommenden Monate werden Aufschluss darüber geben, inwieweit Apotheken und telemedizinische Dienstleister gemeinsam neue und effektive Versorgungswege etablieren können. Quelle: Pharmazeutische Zeitung